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Stefan Fröhlich Home

(seit 10 Jahren)

Arabisches Zeichen für "N" wie Nazarener, bzw. Christ



        
 
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10 Jahre Homepage/ 24.9.2006-24.9.2016

 

Hier können Sie mehr über mich, mein letztes Buch und meine Hobbies erfahren. Zu letzteren gehören auch meine selbstgeschriebenen Gedichte, meine Ahnenforschung, meine Kindergeschichten und meine Fotogalerie. Tauchen Sie ein in diese Welt und nehmen Sie etwas für sich mit!

Das wünscht Ihnen,
Ihr Stefan Fröhlich

zu erreichen bin ich unter: steve.fr@gmx.de

Aus aktuellem Anlass zur Einführung der Homo-Ehe dieses Bußgedicht:

Vergib das Unheil
Und es geschieht wieder aufs Neue,
dass der Kampf gegen Gottes gute Ordnungen neue Höhepunkte erreicht.
Entgegen jeder Vernunft werden Ehe und Familie fortgesetzt zerstört,
in dem Homosexualität, ja Perversion,
ihr gleichgestellt wird.
Unser Land sagt sich von Gott ab
und entscheidet sich für das Unheil,
das auf alle wartet, die sich gegen den Ewigen erheben.
Ich kann nur auf Knien flehen:
Herr erbarme dich!
Lass dich des Unheils,
das du beschlossen hast gereuen
und schenke eine Umkehr.
Lass eine evangelische Kirche,
die einst eine Reformation hervorbrachte,
und jetzt an erster Stelle Unheil verbreitet,
Buße tun über ihre Sünden.
Lass uns alle unsere Lauheit und Bequemlichkeit bereuen
und ganz zu dir umkehren.
Sieh an
Und ziehe die tief Gefallenen zu dir.
Herr vergib, Herr vergib, Herr vergib.

© by Stefan Fröhlich 07.07.2017
Im Gedenken an das Unrecht vom 30. Juni

Ich distanziere mich ausdrücklich von jeglichem Fremdenhass und der Gewalt gegen Flüchtlinge. Sie sind von Gott geliebt, haben all ihren Besitz verloren und wir sind dazu aufgefordert ihnen zu helfen. Wir werden in 50 Jahren an dem Maßstab gemessen werden, was wir getan und was wir unterlassen haben. Als im Dritten Reich Juden getötet wurden, haben viele geschwiegen. Ich will diesen Fehler nicht wiederholen. Deshalb widersetze ich mich der Hetze gegen Flüchtlinge!


10 Jahre Stefans Homepage (24.9.2006 - 24.9.2016)
So lange ist meine Homepage schon am Start mit Gedichten, Ahnenforschung und Geschichten. Gott sei die Ehre für diese erfolgreiche Zeit. Ich hoffe, dass in dieser Zeit viele Leser von Gottes Liebe angerührt und bewegt wurden.
Feiern Sie dieses Jubiläum mit mir.

Mein Kinderbuch:

"Der Detektiv-Wettbewerb"

11,90€, 184 Seiten


Das Kinderbuch ist im Internet bei BOD, Amazon, Libri, Thalia, Weltbild und anderen Internetbuchhandlungen erhältlich. Im braunen Kasten oben erfahren Sie dazu mehr.

So kann das Buch bestellt werden:

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Den Buchtitel "Der Detektiv-Wettbewerb" , oder meinen Namen "Roland Stefan Fröhlich" oder die ISBN Nummer ISBN 978-3-8482-0850-0 eingeben. Dann das Buch bestellen.

Als weitere Möglichkeit biete ich einen Direktlink zu BOD, AmazonLibri.de oder Thalia an. Das Buch ist auch als E-Book erhältlich. Eine Leseprobe gibt es bei Google.books.



Weiter unten gibt es  eine Erklärung der Seitennavigation.



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Stefans Foto des Monats August:


Mallorca, Landbrücke

Erklärung der Seitennavigation und ihrer Inhalte:

Der braune Kasten oberhalb meiner Internetseite führt zu den Unterseiten meiner Homepage. Aber auch die Links unter diesem Text führen weiter.


1. Der Detektiv-Wettbewerb                                              

            Mein erstes Krimi-Buch für Kinder. Hier erfahren Sie die Hintergründe, und wo es bestellt werden kann.  

2. Mein Romanprojekt

              Das erste Kapitel meines unveröffentlichten Romans

3. Über mich

               Angaben zu meiner Person, Fotogalerie

4. Links, die mir wichtig sind

               Projekte oder Foren, die mir weiterhelfen, bzw. an denen ich beteiligt war oder bin

5. Gedichte                         

            über Jesus Christus und den christlichen Glauben, mit denen ich wertvolle Erfahrungen weitergebe.  

6. Ahnenforschung

             Ergebnisse meiner Ahnenforschung und die Geschichte meiner Vorfahren.

7. Links, zu Ahnenforschungsseiten

              Hilfen für andere Ahnenforscher  


Persönliche Gedichtempfehlungen:
Diese selbstgeschriebenen Gedichte sind mir in den letzten Wochen (August) besonders wichtig geworden und befinden sich am Ende dieser Seite.

Sie gelangen zu weiteren Gedichten dieser Themen,
 wenn Sie hier auf die Rubriken
"Glaube und Staunen""Der Mensch und sein Umfeld" und "Lebensweisheiten" klicken.


10. Jahre: Stefans Homepage
Feiern Sie dieses Jubläum mit, in dem Sie meine Gedichte unten lesen.



Themen:

Bewahrung auf dem Missionseinsatz

Vor 10 Jahren wäre ich fast auf dem Missionseinsatz beim Schwimmen in einem See in Portugal ertrunken. Genau auf den Tag zwei Wochen später bewahrte mich Gott bei einem Autounfall vor Schlimmerem. Das Auto landete auf der Seite im Graben, aber ich stieß mir nicht einmal das Knie. Danke Jesus, das du mir eine zweite Chance gegeben hast!

Missionseinsatz in Portugal  vom 13.07. - 31.07.2007
(Zu diesem Anlass befindet sich unter den Gedichten der Portugal-Bericht)

Urlaubsgedichte, Verfolgte Christen, Flüchtlinge

Einige ausgewählte Gedichte sind vor Jahren im Monat August erstmals niedergeschrieben worden. Dieses Jahr feiern sie ein 10, bzw. 15-Jahresjubiläum.

Die Urlaubsgedichte zeigen, was auch im Urlaub für das Leben mit Gott wichtig ist.

Meine Erweckungsgedichte (Es gibt nichts Neues) sind ca. ein Jahr und acht Monate nach einer Silvesterfreizeit entstanden, wo ich mit meiner Jugendgruppe ein Erweckungserlebnis hatte. Sie sprühen vor Begeisterung. Ich habe sie jeweils für meinen Hauskreis, das Jugendtreffen am Freitag, sowie für Jugendgottesdienste und Gottesdienste geschrieben. Entsprechend viele waren es auch (z.b. im Monat August). Dazu gehören einige meiner schönsten und wichtigsten Gedichte. Ich wünsche mir, dass ich beim Lesen voll angesteckt werde und Ihnen die Freude über Gottes Eingreifen in meinem Leben weitergeben kann. Möge Gott auch Ihnen das schenken!

Die Flüchtlingskrise fordert Christen heraus. Ich versuche mich der Verantwortung zu stellen, in dem ich in Flüchtlingslagern Deutschunterricht gebe und versuche, die Menschen mit zu integrieren. Mein Gedicht zu dem Thema erinnert an ihr Leid, das sie durchmachen mussten. Ebenfalls hoffe ich, dass viele Moslems die Liebe von Jesus finden, die ganz anders ist als das, was sie von ihrer Religion kennen. Das Gedicht "Für eine verlorene Welt" habe ich im Januar 2016 nach 14 Jahren durch einen Zufall entdeckt und erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es erinnert daran, dass wir Gottes Liebe zu den Ausgegrenzten bringen sollen. Die Christenverfolgung und Vertreibung fordert sehr heraus. Sie zeigt, dass Leiden für Christen das Normale ist und dass es auch zu uns im Westen kommen könnte. Das Gedicht "Ukraine" warnt vor einer neuen aggressiven Diktatur in Russland.



Im Schutz deiner Flügel   (18.08.)   10 Jahre
                    
weil Gott mich am 26.7. vor der dem Ertrinken gerettet und zwei Wochen später am 9.8                          bei  einem Autounfall bewahrt hat

Freundschaft   (29.08.)    10 Jahre 
                             
   weil die Beziehung zu Jesus das Wichtigste ist

Es gibt nichts Neues  (01.08.)   15 Jahre (Frankreich)
                             
    weil viele Menschen sich gegen Gott auflehnen

Urlaubssegen    (Ungarn)
                             
   damit Gott dich auf allen Wegen begleite und beschütze

Gottes Stempel    (Portugal, auf einem Missionseinsatz) (28.07.)    10 Jahre
                             
   weil er sich uns in der Schöpfung offenbart

Bilder            (19.07.)   (Lagos, Portugal, auf einem Missionseinsatz) 10 Jahre  
                        
         weil Worte nur unvollkommen sind, Gottes Größe zu beschreiben

Leuchtturm – Dein Wort steht fest      (Niederlande)
                                 weil Gottes Wort mir den Weg weist

Sonne deiner Liebe        (Spanien)
                                  weil seine Liebe weiter ist als das Meer

Fels, der mich trägt      (Spanien)
                                 weil er allen Stürmen und Fluten trotzt

Auf deinen starken Flügeln   (Fehmarn, Deutschland)
                                weil dort bei Gott sicher bin

Neue Horizonte              (Italien)
                                weil ich die Welt aus Gottes Perspektive sehen will

Du bist anders               (Italien)
                                weil Gott anders als die Diktatoren und Herrscher ist

Gebet für verfolgte Christen
                                weil die Christenverfolgung mit großer Schärfe zunimmt


Im Schutz deiner Flügel
Danke Herr,
dass ich unter dem Schutz deiner Flügel bleiben darf.
Du hast deine Engel ausgesandt,
dass sie mich schützen.
Danke, dass ich dir soviel wert bin,
denn du hast mich gerettet aus den Klauen des Todes
und mir das Leben neu geschenkt.
Ich darf dir weiterhin dienen
und dir die Ehre geben.
Nie werde ich ermessen können,
wie du mich umsorgst
und wie du mich täglich bewahrst.
Du hast noch Pläne mit mir
und willst sie auch ausführen.
Dafür danke ich dir.
Wenn ich sehe, wie undankbar ich oft bin,
erfüllt es mich mit Trauer.
Doch deine Treue ist groß und reicht ewig.
Sie ist so wie die Sonne,
die beständig brennt und nicht erlischt.

© by Stefan Fröhlich  18.08.07, 9 Tage nach einem Unfall und 23 Tage nach einer Rettung vor dem Ertrinken

Freundschaft
Ich weiß genau, dass ich in deiner Hand geborgen bin und getrost weitergehen darf.
Denn du kennst meinen Weg
und lenkst meine Schritte,
so dass ich nicht stürzen werde.
Ich richte meinen Blick fest auf dich,
der mir Halt gibt
und mich durch dunkle Täler führt.
Nicht auf mich und meine Kraft vertraue ich,
denn ohne dich bin ich schwach und ohne Hoffnung.
Ich kenne den, der mich stark macht
und ihm übergebe ich die Führung.
Quälende Sorgen haben bei mir nicht das Sagen.
Jesus ist immer noch Herr über Freude und echten Humor.
Mit ihm gehe ich über Höhen
und erlebe Zeiten, wo das Glück überströmt.
Auch wenn nicht viel auf dieser Erde von Dauer ist,
weiß ich, was zählt:
Es ist die Freundschaft zu Jesus.

© by Stefan Fröhlich

Es gibt nichts Neues
Es ist immer wieder dasselbe,
wie eine alte Leier;
wie eine immer wiederkehrende Melodie.
Vielen erscheint sie neu, 
doch in Wirklichkeit ist sie uralt.
Es gibt nichts Neues unter der Sonne,
auch wenn neue Namen, neue Erfindungen, neue Ereignisse in neuen Kombinationen auftauchen. 
Es gibt nichts Neues:
Viele Menschen lehnen sich gegen Gott auf!
Sie wollen den nicht kennen,
der ihnen Sinn und Hoffnung geben kann. 
Der sie herausholen kann aus der Sinnlosigkeit des Immerwiederkehrenden.
Der alles neu macht, wenn man ihn darum bittet. 
Der jeden von uns kennt und dennoch liebt. 
Sie wollen Gott nicht kennen!

Doch die ihn lieben, wissen, 
dass wer die Trümmer seines Lebens
ihm anvertraut,
er daraus Dinge entstehen lässt, 
die sie ihn in ihren kühnsten Träumen nicht erhofft hätten. 

© by Stefan Fröhlich 1. August 2002, Le Grau du Roi


Urlaubssegen
Möge die Kraft des Ewigen mit dir sein
und dich behüten auf allen deinen Wegen.
Er führe dich in viele Länder
und lasse dich viele Städte besichtigen.
Doch er führe dich in Gesundheit und Stärke
wieder nach Hause.
Der Ewige begleite dich auf allen deinen Wegen
und führe dich zum Ziel!
Amen.

© by Stefan Fröhlich
7. August 2012
Budapest, Ungarn

Gottes Stempel
Deine Größe, Gott,
wird offenbar in den Werken deiner Schöpfung.
Jedes kleinste Lebewesen trägt den Stempel deiner Kreativität:
Von der Ameise bis zum Stern.
Alles was auf der Erde und darüber ist,
zeigt, dass du existierst:
Vom Stein bis zum Felsen.
Doch du bist nicht identisch mit der Schöpfung,
bist kein Teil von ihr.
Du bist unabhängig, stehst über ihr,
aber greifst in das Geschehen ein.
Danke, dass du alles in deiner Hand hältst
und dir nichts entgleitet.
Ich falle nicht vor der Sonne nieder,
glaube nicht an eine Zukunft aus den Sternen,
aber ich bete den Schöpfer an,
dessen Größe sich darin offenbart.
Von jeher wurdest du in der Schöpfung wahrgenommen,
doch die Menschen deuteten die Zeichen falsch
und verwechselten sie mit dem Schöpfer.
Doch ich will staunend dastehen und dich preisen.

© by Stefan Fröhlich 28.07.2007 bei Lagos, Portugal


Bilder
Mit welchen Worten kann ich dich beschreiben, Herr,
und wie kann ich ausdrücken, was du mir bedeutest?
Du bist wie eine Hafeneinfahrt,
die mich vor dem tobenden Sturm rettet,
ein Bootsführer,
der sein Boot an steilen Klippen vorbei steuert,
ein Wind, der in der Hitze Kühlung bringt,
eine Sonnencreme,
die mich vor den sengenden Strahlen der Sonne schützt.
Du bist wie ein See,
der das Trinkwasser einer ganzen Siedlung regelt,
und wie ein Baum in dessen Ästen die Vögel nisten.
Womit kann ich dich vergleichen Gott,
denn alle Bilder sind zu schwach,
um die Quelle des Lebens,
den Retter meiner Seele zu beschreiben.
Dennoch bringe ich meine Worte vor dich,
weil ich weiß, dass bei dir der Dank
und nicht die Vollkommenheit zählt.

© by Stefan Fröhlich 19.07.2007 bei Lagos, Portugal

Ein Leuchtturm - Dein Wort steht fest
Herr, leuchte mir den Weg,
wie ein Leuchtturm Schiffen den Weg in den sicheren Hafen weist.
Zeig mir die Welt, wie du sie siehst,
lass sie mich mit deinen Augen sehen.
Klar, wie Wasser, sind deine Anweisungen,
ja dein Wort ist mir beständig Speise.
Dein Wort ist so haltbar wie Salz,
als es früher Nahrung konservierte,
und wie Sand am Meer sind deine Verheißungen, die sich erfüllen.
Wie eine Muschel an ihrer Muschelbank fest sitzt,
will ich in deinem Wort bleiben.
Ich halte mich fest an dir
und schenke dir mein Vertrauen,
denn nur dein Licht kann das Dunkel der Erde mir erhellen.
Nur du schenkst Freude und einen neuen Sinn.
Zu dir will ich Zuflucht suchen
und für immer bleiben.

© by Stefan Fröhlich
19.08.2009 Domburg, Halbinsel Walcheren, in der Nordsee

Sonne deiner Liebe
Über dem Meer da scheint die Sonne
und wirft ihre Strahlen auf den Strand.
Das Wasser schimmert türkisblau
und schwappt in Wellen an das Land.
Deine Größe, Herr, kennt keine Grenzen
und deine Liebe ist weiter als das Meer.
Vieles können wir nicht verstehen,
doch deine Gegenwart verlässt uns nie.
Lass diesen Urlaub unter deinem Segen stehen,
bewahre uns auf der Fahrt zurück.
Ich will staunen über deine Schöpfung,
von der Arbeit ruhen, dir die Ehre geben.
Nicht überall auf dieser Welt
gibt es friedliche Palmenstrände.
Lass Frieden und Hoffnung dort einkehren,
wo der Krieg herrscht.
Mauern sollen fallen
und Vergebung Beziehungen verändern.
Die Sonne deiner Liebe soll für diese Menschen aufgehen
und sie führen hin zu dir.

© by Stefan Fröhlich    26. Mai 2016   Sa Coma, Mallorca, am Strand

Der Fels, der mich trägt
Wenn die Wellen auch hochschlagen,
so kann es doch den Felsen nicht schrecken,
auf den ich mein Haus baue.
In Sturm und Wind hält Jesus stand,
der Herr,
der mein Fundament für alle Zeiten ist.
Was sollte mich schrecken,
wenn ich dich an meiner Seite weiß?
Wohin sollte ich mich wenden,
als an dich?
Es gibt eine beständige Leitung
nach oben in den Himmel,
die immer für mich offen ist.
Du hörst Gebet in allen Lagen des Lebens.
Mein Fels lass dich noch von anderen finden,
die ziellos im Ozean des Lebens treiben,
bevor sie schließlich kentern
und Haien zum Opfer fallen.
Dieser Fels trägt mich
in die Ewigkeit heim zu dir.

© by Stefan Fröhlich   29. Mai 2016   Sa Coma, Mallorca

Auf deinen starken Flügeln
Du trägst mich auf deinen starken Flügeln
durch jede Zeit,
sei sie gut oder schlecht.
Ich kann mich auf dich verlassen,
weil du an mich denkst zu jeder Zeit.
Wenn ich gehe, gehst du mit.
Wenn ich fühle, fühlst du mit mir.
Von wo der Wind auch weht,
bin ich in dir geborgen.
Von wo ein Strom auch schwillt,
wird er mich nicht ertränken.
Ich bin in deiner Hand,
nichts kann mich dir entreißen.
Weise mich und lehre mich
deine Gedanken des Friedens zu beachten.
Du trägst mich durch diese Weltzeit,
die bald vergehen wird
auf deinen Flügeln.
Ich bin bei dir geborgen
in Ewigkeit.
Amen.


© by Stefan Fröhlich
23. Juni 2013
Schlagsdorf, Insel Fehmarn, Ostse
e

Du bist anders
Herr, du bist Herrscher über die ganze Welt.
Könige, Eroberer, Präsidenten und Diktatoren sind wie nichts vor dir.
Keinen Ratschluss, den sie fassen,
keine Entscheidung, die sie treffen,
keinen Gedanken, den sie haben,
gibt es, den du nicht zugelassen hast.
Feldherren, Regierungsoberhäupter, Generäle und Gewaltherrscher nimmst du dir als Werkzeuge
um deine Pläne umzusetzen.
Was du uns Menschen wissen lässt, das trifft ein.
Deine Worte sind wahr.
Du bist barmherzig, du vergibst.
Bist voller Gnade und Barmherzigkeit.
Deine Güte überschüttet alle,
die nach deinem Willen fragen.
Du bist ganz anders, als die Herrscher dieser Welt.
Und doch lenkst du sie.
Du bist König aller Könige, Herr aller Herren,
erhaben über alle Welt.
Millionen Engel dienen dir, herrlicher Herrscher
und dennoch nennst du mich deinen Freund.
Danke!

Lido degli Estensi, 18. Juli ©  by Stefan Fröhlich

Neue Horizonte

Bibione, 9 Juli 1999

Ich möchte Flügel haben wie ein Adler.
Ich möchte fliegen können wie ein Vogel
über Berge, Meer und Land.
Ich will die Welt von oben sehen,
nicht immer nur vom Erdboden aus.
Eine andere Sicht der Dinge bekommen;
sie nicht mehr nur einseitig sehen.
Ich will im Wasser wie ein Fisch schwimmen.
Ich will neue Dimensionen kennenlernen.
Bisher ungeahnte Möglichkeiten entdecken.
Nicht immer nur auf das Wasser herabsehen,
sondern auch hinabtauchen.
Sehen wie die Dinge wirklich stehen.
Mich nicht darüber erheben.
Ich will hohe Berge besteigen.
Mit Problemen fertig werden,
um nachher zu sehen,
dass sich die Mühe gelohnt hat.
Ich will mich an klaren Gebirgsbächen erfrischen,
mich an Gottes Wort laben.
Die Reinheit, Schönheit und mein Spiegelbild sehen.
Ich will ferne Inseln betreten,
die noch keiner vor mir gesehen hat,
außer der Schöpfer selbst.
Neue Wege begehen,
die noch keiner vor mir betreten hat.
Ich will klare Eiszapfen sehen,
in denen sich das hereinströmende Licht bricht.
Das Funkeln und Glitzern von Gottes Welt
mir nicht entgehen lassen.
Ich will den Schöpfer preisen für die
Schönheit der Natur.
Ich will den Schöpfer loben
der uns neue Horizonte öffnet.
Ich will lange Sandstrände betreten
und Israels Nachkommen zählen.
Ich will mit einer Weltraumkapsel
durchs All schweben und herausfinden
wie zahlreich sie geworden sind.
Ich danke Gott, dass er über den Dingen steht
und uns neue Horizonte erscheinen lassen kann.
 
© by Stefan Fröhlich

Gebet für verfolgte Christen
Mein Gott,
vergiss nicht die verfolgten
und leidenden Christen in aller Welt.
Tröste die, die im Gefängnis sitzen
und misshandelt werden.
Gib ihnen Kraft ihr Schicksal zu ertragen.
Bitte gib den dafür Verantwortlichen Einsicht,
dass du es bist, den sie dort verfolgen
und lass sie ihr Handeln überdenken.
Schenke den Verfolgten Mut
weiterhin Zeugnis von dir abzulegen.
Zeig ihnen, dass du an ihrer Seite bist
und sie nie alleine lässt.
Lass uns Christen im Westen
unsere Geschwister nicht vergessen
und für sie beten und einstehen vor dir.
Mein Gott, vergiss nicht die verfolgte
und leidende Gemeinde.
Mach uns bereit
selbst Unannehmlichkeiten für dich
auf uns zu nehmen
und führe uns alle
zu deinem Ziel der Vollendung.
Amen!

© by Stefan Fröhlich 21. Juli 2014


Missionseinsatz in Portugal
(13.07. - 31.07.07)
von Stefan Fröhlich

17. Juli 2007, Altstadt von Lagos, Portugal
Zwei Kleinbusse schlängelten sich durch die engen, einspurigen Straßen der Altstadt in der portugiesischen Hafenstadt Lagos. Der Gedanke, dass die Straßen nicht ursprünglich für diese Fahrzeuge gebaut worden waren, lag nahe. Auf beiden Seiten befanden sich Geschäfte, an denen viele Touristen vorbei schlenderten. Trotzdem parkten ab und zu auf beiden Seiten noch Autos, so dass es für die Fahrer der Kleinbusse auf der Fahrbahn um Zentimeter ging.
Nun wurde die Straße zu eng und der erste Bus musste in einem gewagten Wendemanöver nach rechts um die nächste Ecke biegen. Das gelang nur nach mehrmaligem Vor- und Zurückfahren. Der zweite Bus folgte schließlich. Nach einigen Metern hatte ein Auto die Straße zugeparkt, also bogen die Busse nun nach links ab. Sie fuhren orientierungslos in einem Zickzackkurs durch die historische Stadt. Dann versperrte ein parkender Lieferwagen den Weg. Der Fahrer ließ sich sehr viel Zeit und an ein Umkehren war nicht zu denken, weil mittlerweile auch nachfolgende Fahrzeuge den Rückweg blockierten. Dabei stand die Gruppe, die sich in den Kleinbussen befand, unter einem gewissen Zeitdruck. Sie sollten rechtzeitig zu einem Treffen in der Stadt erscheinen, doch hatten sie sich in ihr verfahren. Wie waren diese Leute in diese seltsame Situation gekommen und was hatten sie in Portugal überhaupt vor?
Dazu müssen wir die Zeit am Zeitrad ein wenig zurückdrehen, um vielleicht an eine Antwort zu kommen.

Einige Monate früher
Angefangen hatte es schon einige Zeit vorher in einer Jugendgruppe aus Andernach. Nachdem einige von ihnen bereits an einem Einsatz in der Ukraine teilgenommen hatten, wollten sie nun bei einem Kindercamp in Portugal mithelfen. Dort gab es deutsche Missionare vom Missionswerk ICW, die eine Missionsarbeit unter russischsprachigen Gastarbeitern aufgebaut hatten. Diese arbeiteten innerhalb einer internationalen Gemeinde in Lagos.
Gerhard Lepp, der Jugendleiter dieser Jugendgruppe, hatte die Leitung des Missionseinsatzes übernommen. Jedoch bestand die Einsatztruppe, die sich in den folgenden Monaten formierte, aus einer bunt zusammen gewürfelten Mannschaft. Zwölf kamen aus der Andernacher Jugendgruppe und die anderen, die sich ihnen anschließen wollten, stammten aus anderen Gemeinden. Zwei kamen aus Bersenbrück, zwei aus Osthofen und einer aus der Nähe von Bonn.
Bei gemeinsamen Treffen wurden die Details besprochen, Aufgaben verteilt und diskutiert. Anfangs war es geplant gewesen nach Portugal zu fliegen, doch schließlich entschied man sich für Kleinbusse als Transportmittel, da diese in Portugal unweigerlich erforderlich waren. Plötzlich war der große Tag da. Jemand war dabei und hat alles selbst erlebt. Lassen wir ihn also berichten.

Freitag, 13. Juli 2007, ca. 21:00Uhr , Parkplatz der Evangeliumschristengemeinde Andernach
Es ging am späten Abend los. Die Kleinbusse wurden mit Koffern bepackt, Geschenke für die Kinder wurden umsortiert und über die bevorstehende Fahrt geredet. Von unserer Gruppe machte man ein Foto, nachdem wir bereits unsere Einsatz-T-Shirts trugen. Sie waren schwarz und in roter Schrift stand dort: „Jesus loves you. He is your best friend“. Leider stand dieser Satz nicht in Portugiesisch, weil niemand von uns Portugiesisch konnte. Nachdem die Verabschiedungen von den Eltern, Geschwistern und Verwandten abgeschlossen waren, wurde am Ende in einem großen Gebetskreis um Bewahrung gebetet.
Als wir nun los fuhren, war es gegen 22:40 Uhr. Die Reiseroute führte zunächst auf der A 61 in Richtung Köln und später über diverse andere Autobahnen nach Belgien. Es war des Nachts, als wir Belgiens beleuchtete Autobahnen durchfuhren.

Samstag 14. Juli 2007, Rastplatz in Frankreich
Als der Morgen graute, waren wir in Frankreich angekommen. Mittags gab es auf einem parkartigen Rastplatz Fertigsuppen zu essen. Wir hatten einen Gaskocher mitgenommen, womit wir später auch gekocht haben.
Jetzt habe ich aber immer noch nicht die Frage beantwortet, wer alles mit von der Partie gewesen ist. Ich stelle sie nun namentlich vor:
Gerhard “Gora“ Lepp hatte ich ja schon erwähnt. Er war es auch, so nebenbei, der später den ersten Bus in die Altstadt gefahren hat.
Seine Verlobte (Wenn der Bericht in Zukunft gelesen wird, wahrscheinlich schon Angetraute) Helene “Renz“ war ebenfalls mit dabei.
Die anderen waren Peter Michel, Veronika Stein, Sabine Wagner, Regina Wagner (beides Schwestern), Christine Neufeld, Elly Michel (große Schwester vom großen Peter), Alexander “Gappes“ Gaponow, Martin Bergmann, Irina Reimer, die Ruppel Brothers Waldemar und Andreas, auch Waldi und Andi genannt, Rita Wiens, Cecilia “Chilli“ Müller, Stefan “Steve“ Fröhlich und Thomas Nachtigall (mit zwei L).

Die Reise wurde fortgesetzt. Am Ende Frankreichs, kurz vor der spanischen Grenze, war ein Hotel für uns reserviert, und zwar das Etap Hotel. Als wir St. Paul les Dax gegen Nachmittag erreichten, hofften wir, dass wir es bald fänden. Doch die Rue de la Resistance (Straße des Widerstandes) war sehr widerspenstig. Sie ließ sich nicht finden, solange wir auch auf der Hauptstraße hin und herfuhren. Zum Glück gab es eine französische Oma, die uns ohne deutsche Sprachkenntnisse und im Gegensatz mit geringen französischen Kenntnissen den Weg erklärte. Sie war so freundlich, dass sie uns eine Karte schenkte.
Als wir doch das Leuchtschild sahen, kam es uns wie eine Erlösung vor.
Wir waren am Lac de Christus, dem Christussee. Es war eine schöne Gegend, wo man gut spazieren gehen konnte. Zunächst wollten wir die einheimische Küche genießen, doch anhand der Preise landeten wir in einem Fast-Food Restaurant. Tatsächlich sahen wir uns den See ein wenig an und gingen dann auf die Zimmer, weil wir schon um 5 Uhr weiterfahren mussten.

Sonntag 15. Juli 2007, St. Paul les Dax, Etap Hotel, 5 Uhr morgens
Zu nachtschlafener Stunde nahmen wir die Fahrt wieder auf. Wir durchquerten das Baskenland, erreichten Spanien, fuhren durch die Pyrenäen und sahen wie sich die Landschaft langsam
wandelte. Während der Fahrt wurde es sehr heiß. Wir machten mehrmals Rast um zu tanken und zu essen. Gegen Abend erreichten wir dann endlich Portugal. Wir waren später dran als geplant. Gerhard informierte die Missionare, wann wir voraussichtlich ankommen würden. Es wurde ein Treffpunkt an einer Tankstelle in Lagos vereinbart. Als wir dort gegen 22 Uhr portugiesischer Zeit (eine Stunde zurück) eintrafen, machten einige von uns La-Ola Wellen am Straßenrand. Nach einiger Zeit hielt ein Auto mit deutschem SU Nummernschild an der Tankstelle an (Anm: Der Schreiber kommt auch aus dem Rhein-Sieg-Kreis). Es war Peter Belgart, einer der Missionare, der uns abholen sollte und uns nun erfreut begrüßte. Er hatte seine Frau Marina und einen Verwandten mitgebracht. Wir waren jedoch noch nicht am Ziel angekommen. Der Ort, wo wir die zwei Wochen verbringen sollten, war ein Bauernhof, etwa 14 Kilometer von Lagos entfernt. Also versuchten wir nun auch dieses Wegstück hinter uns zu bringen. Unsere Fahrer folgten Peter B. durch die Stadt und dann durch das Hinterland, weg von der Küste. Es ging quer durch einige Dörfer bis in das Dorf Barão de São João. Dort führte unser Weg eine enge Nebenstraße bergauf. Am Ende des Dorfes hörte die geteerte Straße auf und wir fuhren über staubige Waldwege weiter. Es rumpelte und ruckelte, während der Weg mal hinauf und mal hinabführte. Es war schon dunkel, aber man konnte draußen niedrige Kiefernwäldchen erkennen. Nach einigen Abzweigungen erreichten die Kleinbusse endlich ein Gehöft mit mehreren Gebäuden.
Dort warteten auf uns schon Alex Guwa und seine Frau Annette. Sie hatten in der Ferienwohnung bereits Essen gekocht. So erwartete uns dort warmer Borsch in Suppentellern. Diese erste Ferienwohnung bekamen die Jungs zugeteilt, während die Mädels die benachbarte Ferienwohnung bezogen. Dort begrüßte uns die Besitzerin des Bauernhofes Margit freundlich und gab uns einige Anweisungen im Umgang mit Strom und Wasser. Der Strom wurde auf dem Bauernhof nämlich mit Solaranlagen selbst produziert und das Wasser für Dusche, Waschbecken und Toilette stammten aus dem eigenen Stausee.
Die Besitzer des Bauernhofes sind Anthroposophen. Sie leben sehr naturverbunden und glauben, dass Gott überall in der Natur zu finden ist. Das ist jedoch nicht ganz richtig, weil Gottes Schöpfungskraft zwar in der Schöpfung wahrgenommen werden kann, er aber nicht dasselbe wie seine Schöpfung ist. Es handelt sich dabei um eine Sekte. Die Besitzer waren aber sehr freundliche und zuvorkommende Leute, die überhaupt nichts gegen das Zeltlager auf ihrem Gelände hatten. Außer ihnen wohnten noch ihre drei Töchter in einem separaten Haus auf dem Gelände und einige Urlauber in den Ferienwohnungen.
Die beiden Ferienwohnungen enthielten jeweils zwei Küchen und zwei Bäder. Da der größte Raum der Jungs sich am ehesten für einen Gemeinschaftsraum eignete, wurden weitere Tische hinzugestellt. Diese Küche war nun unsere Hauptküche. Hier sollten einige übernachten und die anderen in einem kleineren Schlafzimmer. Die Mädels wurden in eine Wohnung, die ganz in Holz gehalten war, einquartiert. Hier gab es noch eine zweite Ebene, zu der man mit einer Leiter gelangte, so dass sie sich ebenfalls aufteilen konnten.
Nach zwei Tagen langer Fahrt gab es endlich die verdiente Nachtruhe.

Montag 16. Juli 2007, Bauernhof Vinha Velha bei Lagos, Portugal
Der Morgen begann recht schonungsvoll: Wir durften ausschlafen. So lange dann nun wieder auch nicht, denn Peter Belgart wollte uns die Stadt zeigen. Zunächst wurde erst einmal der Ablauf der zwei Wochen besprochen und Aufgaben für den Küchendienst und andere Bereiche verteilt. In der ersten Woche mussten wir uns selbst versorgen.
Auf unserer Besichtigungstour durch Lagos erfuhren wir mehr über die Stadt. Wir sahen neuentstehende Viertel, wo sich die plötzlich entflammte Bauwut zeigte. Da es hier hügelig war, konnten wir von weitem den marineblauen Atlantik sehen. Wir kamen zu einem Leuchtturm und stiegen dort aus. Peter B. ließ uns eine Treppe bei den Klippen herabsteigen und wir erreichten eine malerische Bucht, die zum größten Teil von Felsen eingeschlossen war. Es gab mehrere Öffnungen in den Felsen, durch die man mit Booten gelangen konnte. Leider hatten wir für eine Bootsfahrt keine Zeit,
aber diese Klippen gaben Anlass für eine große Fotografiertätigkeit unserer Gruppe.
Ich kann die Aussicht nicht annähernd gebührend beschreiben, man muss es selbst gesehen haben.
Danach fuhren wir am Hafen und der Altstadt vorbei. Peter B. erzählte uns, dass Kolumbus auf seiner Fahrt nach Amerika in diesem Hafen zuletzt Halt gemacht hatte.
Endlich durften wir an den Strand. Erstaunlicherweise trafen wir dort auch auf andere Missionare und auf einen ihrer Verwandten, der seine Familie auf eine Geschäftsreise mitgenommen hatte. Die Stunden am Strand waren recht erholsam. Wir genossen die Sonnenstrahlen und erfrischten uns im kalten Wasser. Wer nicht dabei gewesen ist und meint, das wäre alles gewesen, was wir auf dem Einsatz gemacht haben, soll eines besseren belehrt werden. Denn es kam der nächste Tag.

Dienstag, 17. Juli 2007, Feld auf dem Gelände von Vinha Velha
Tatsächlich arbeiteten wir heute auf einem Feld, mit Hacken und Schaufeln. Allerdings war es keine eigentliche Feldarbeit, die wir erledigten, sondern wir befreiten den zukünftigen Zeltplatz vom vertrockneten Gras, vor allem den Disteln, Steinen und Kuhfladen. Eine Gruppe legte von dem Hauptfeldweg einen Weg an und die anderen begaben sich direkt an den Zeltplatz. Es war eine anstrengende Arbeit, zumal nur zwei Paar Handschuhe zur Verfügung standen, doch obwohl die Sonne herabschien, wehte ein kühler Wind über das Land, so dass man die Temperaturen gut aushalten konnte. Dennoch hatten einige nachher mit Sonnenbrand zu kämpfen.
Durchhalteparolen und Motivation waren angesagt. Leider gab es keine Siesta im Schatten der Bäume. „Calma, Calma“ (langsam, langsam), wie es die Portugiesen halten, war nicht angesagt. Es musste nach dem deutschen „Rapido, Rapido“ (Schnell, schnell) gehen. Das heißt jetzt aber auch nicht, dass wir uns abgehetzt hätten. Wir hatten sehr wohl während der Arbeit unseren Spaß. Alex Gu. hatte uns versprochen, dass wir am Freitag an die stürmische Westküste dürften, falls wir rechtzeitig fertig wurden. Das war ein guter Ansporn.
Als der Weg fertig war, kamen die anderen dazu und wir hackten in einer Reihe nebeneinander her, während andere das Heu rechten und weitere es an den Rand schaufelten. Die kleinen Söhne von Alex Guwa Albert, Christian und Lukas halfen bei der Arbeit mit. Abkühlung versprach ein Bad in dem See, aus dem die Wasserversorgung kam. Es gab dort einen Steg und ein noch nicht repariertes Floss.
Nachmittags beendeten wir die Arbeit. Es stand abends ein Besuch des deutschen Hauskreises auf dem Programm. Dieser fand in einer internationalen Gemeinde statt und Peter Belgart hatte an diesem Abend die Leitung. Wir sollten etwas früher ankommen, mussten aber die Kirche diesmal selbst finden.
So kam es zu der Situation, von der ich am Anfang berichtet habe. Wir fuhren dummerweise in die Altstadt und fanden nicht mehr heraus. Dabei verloren wir wertvolle Zeit. Doch dann nach einiger Zeit gelangten wir bei den „Bombeiros“, der Feuerwehr, wieder in die Neustadt. Wir mussten nun die Missionare anrufen, damit sie uns hier wieder abholten.
Nach diesem interessanten Abenteuer lernten wir den deutschen Hauskreis kennen, der sich durch unsere Anwesenheit mehr als verdoppelt hatte. Die Räumlichkeiten der Internationalen Gemeinde lagen im Erdgeschoss eines Hochhauses.
Das erste Lied, das wir sangen war: Jesus in meinem Haus (Jesus in my house). Unsere Gruppe stellten Alex Guwa und Gerhard vor. Daniel, ein Zivildienstleistender, war das letzte Mal dort und wurde öffentlich verabschiedet. Es war ein schöner Abend und es wurde um Wachstum für die Gemeinde gebetet. In Lagos leben nämlich viele Deutsche und auch Engländer. Zum Abschied für Daniel gab es Kaffee und Kuchen, den wir selbstverständlich genossen. Am Ende halfen wir beim Aufräumen.

Mittwoch, 18. Juli 2007, Feld auf dem Gelände von Vinha Velha
Auf dem Bauernhof gab es mehrere Wirtschaftsgebäude und Ferienwohnungen. Auf der Weide grasten Kühe und Schafe. Außerdem gab es noch eine Pferdekoppel, wo man aber fürs Reiten bezahlen musste. Zwei Hunde hatte der Hof, einen großen schwarzen und einen kleinen struppigen, wobei der große sehr friedfertig war und jedem folgte. Ein kleines Kätzchen und einige Hühner komplettierten die Tierwelt des Bauernhofes, wenn man mal die ungebeteten Gäste wie Ameisen, Spinnen und Fliegen weglässt. Skorpione und Schlangen kamen auch vor, doch wir bekamen allerhöchstens Geckos, Eidechsen und Ratten zu Gesicht.
Am Mittwoch schafften wir es bis zum Mittag den Zeltplatz vollständig zu roden. Am Rand des Platzes wuchsen Korkeichen, deren Rinde für Korken und Fußböden verwendet wird. Alle sieben bis neun Jahre wird die Rinde abgeerntet. Das erklärte uns Kevin, den Peter Belgart mitgebracht hatte. Kevin kommt aus einem Heim für schwererziehbare Jugendliche und stand in Portugal, wo er nun seit 4 Jahren lebte, unter Betreuung, weil er in Deutschland etwas ausgefressen hatte. Eigentlich lebte er bei einer deutschen Aussteigerfamilie auf dem Land, bei denen er aber weniger gut aufgehoben war. Peter Belgart kümmerte sich um einige Jugendliche, die dann zeitweise bei ihm wohnten. Bei der „Jesus House“ Evangelisation, die in der internationalen Gemeinde auf Deutsch gezeigt worden war, hatte sich Kevin bekehrt und wollte nun bei der Freizeit mithelfen. Es ist beeindruckend, von dem was die Missionare uns erzählten, wie er sich in den wenigen Monaten seitdem verändert hatte.
Als der Platz weitgehend fertig war, wurden neue Aufgaben verteilt. Die marode Brücke, die über einen Graben führen sollte, musste repariert werden, am Steg mussten morsche Bretter ausgetauscht werden und die Metallpfeiler des geplanten Waschbeckens einbetoniert werden. Es gab also jede Menge Arbeit zu tun.
Abends bekamen wir dann die Gelegenheit in die Stadt zu fahren, durch die Einkaufstraßen zu bummeln und Souvenirs, Kleidung, Eis und alles was das Herz begehrt zu kaufen. Abends wehte ein kalter Wind vom Meer her durch die Straßen. Wer an einen Pullover gedacht hatte, war klar im Vorteil. Das Geschäftsviertel war nicht sehr groß, aber man konnte gut einkaufen. Es war ein schöner Abend.
Später hielten wir noch gemeinsame Andachten in der Gruppe ab. Es ging immer um einen Abschnitt aus dem Johannesevangelium und jemand aus der Gruppe hielt das Thema. Die anderen beteiligten sich daran, indem sie ihre Gedanken beitrugen. Wir sangen Lieder und beteten für das Kindercamp und die Arbeit. Es war jedes Mal sehr ermutigend. Wir bekamen bei den Andachten manchmal auch Besuch von dem Zivildienstleistenden Valentin und Lucille, einer der Töchter der Besitzer. Valentins Zivildienst auf dem Gelände endete gegen Ende der Woche und an seinem letzten Tag brachte er noch einen Freund mit.

Donnerstag, 19 Juli 2007, Countdown: Noch drei Tage bis zum Kindercamp
Die Arbeiten gingen weiter voran. Manches lief nicht ganz so, wie es geplant war. Mit der Zeit kamen wir ein wenig ins Hintertreffen, wollten wir morgen noch zur Westküste. Wir durften die Werkzeuge des Besitzers für die Arbeit mitbenutzen, aber es war nicht immer alles da, was nötig war. Heute gab es wenigstens Handschuhe für alle, die uns Alex Guwa mitbrachte.
Die Pfeiler für das Wachbecken wurden einbetoniert, die halben Röhren für den Wasserabfluss darauf montiert, genauso wie die Wasserhähne. Die Arbeit an dem Floss, das ebenfalls repariert werden musste, ging weiter. Die Toilettenhäuschen brauchten neue Bretter. Einige Mädels begannen die Küche, die sich zwar draußen, aber unter einem Vordach befand, für die Freizeit zu reinigen. Andere bereiteten Spiele und Plakate vor.
Abends fuhren wir zum russischen Hauskreis in der Gemeinde. In Portugal leben nämlich sehr viele russische Gastarbeiter, bzw. Leute aus der ehemaligen Sowjetunion. Deshalb war auch Peter Belgart hier hergekommen, um unter diesen Menschen eine Arbeit aufzubauen. Alex Guwa dagegen, hatte eigentlich nach Brasilien gewollt, aber ihm und seiner Familie war kein Visum gewährt worden. Sie waren nach Portugal gekommen, weil er gehofft hatte, hier schneller eines zu bekommen. Doch auch diese Hoffnung hatte sich zerschlagen. Jetzt war die Familie in Portugal hängen geblieben.
Vor dem Hauskreis brachte uns Annette, Alex Frau, portugiesische und hebräische Lieder bei. Das wichtigste dieser Lieder war: Meu amigao (Mein Freund (Jesus))
Wir sangen zu den Liedern, die von einer CD abgespielt wurden. Auf der CD sangen die Kinder jedoch auf brasilianischem Portugiesisch und das sollten wir uns bloß nicht angewöhnen. Einer der Unterschiede ist, dass die Portugiesen aus fast jedem S ein Sch machen, wie bei Lagos. Lagos wird nicht Lagos, sondern Lagosch ausgesprochen. Da sind die Brasilianer gnädiger, denn sie bleiben beim S. Der Gesang war noch recht holprig, aber wir sangen die Lieder ja zum ersten Mal. Es war jedenfalls ein guter Anfang.
Wir wurden vor dem Hauskreis mit dem Singen nicht rechtzeitig fertig, so verpassten wir ihn.

Freitag, 20. Juli 2007, Nicht an der Westküste, Countdown: Noch zwei Tage
Der Ausflug an der Westküste hatte nicht geklappt. Dafür waren einige Sachen nicht schnell genug gegangen. Aber am nächsten Morgen würden wir in die Berge fahren und danach an den südwestlichsten Punkt Europas.
Die letzten Arbeiten wurden zu Ende geführt. Alex Guwa, der gelernter Schreiner war, baute mit anderen die Duschen aus Holz auf, das Floss wurde fertig repariert. Außerdem wurden Planen über den Carport gespannt, unter dem die Kinder essen sollten. Das waren einige der Arbeiten.
Abends nutzten wir dann die Zeit zu einem erneuten Ausflug in die Stadt, da wir nicht so oft dort hinkamen. Und der nächste Abend ging zu Ende, eine Woche nachdem wir los gefahren waren.

Samstag, 21. Juli 2007, Von den Bergen bis ans Ende der Welt, Countdown läuft
Wir befanden uns heute in den Bergen weit im Hinterland der Algarve und füllten unsere Wasserbehälter mit reinem Quellwasser. Das waren normale Plastikbehälter, die im Supermarkt als Wasserflaschen verkauft wurden. Das Wasser in den Bergen konnte als Trinkwasser und zum Kochen genutzt werden und sollte einige Tage für das Camp reichen. Hier oben war es ziemlich kalt und es wehte ein kalter Wind. Es dauerte schon eineinhalb Stunden bis die unzähligen Behälter gefüllt waren.
Wir waren alle vollständig, Peter B. führte uns an, auch Kevin war dabei. Anschließend fuhren wir zur Belohnung bis nach oben auf den Monte da Foia, den höchsten Punkt der Algarve, und genossen den Ausblick bis ans Meer. Es gab einen großen Steinhaufen, der von einigen erklommen wurde.
Dann fuhren wir weiter bis ans Ende der Welt. Na ja, nicht ganz. Es war nur das Ende der alten Welt, denn die alten Seefahrer dachten tatsächlich sie würde hier aufhören. Wir waren am südwestlichsten Zipfel von Europa angelangt, dem Cabo de São Vicente, dessen Leuchtturm als der lichtstärkste Europas gilt und noch 50 Seemeilen weit auf dem Meer wahrgenommen werden kann. Wir sahen uns die steilen Klippen an, auf die der Leuchtturm steht, mit ihrem bizarren Erscheinungsbild. Die Felsen sind etwa 50 – 60 Meter hoch, aber wenn es stürmisch wird, können die Wellen noch höher schlagen. Auf einer Postkarte sieht man eine Welle, die sogar höher reicht als der Leuchtturm. An den vielen Einkaufständen konnte man vorbeibummeln und einkaufen. Dort stand auch der deutsche Bratwurststand „Die letzte Bratwurst vor Amerika“. Wer dort eine Bratwurst kauft, bekommt ein Zertifikat, das er dort gewesen ist.
Anschließend fuhr einer der Busse an den Strand nach Lagos weiter und der andere in die Stadt. Am Strand war es jedoch so windig, dass der Sand einem ins Gesicht flog, so dass alles fast menschenleer war. Fast eine Woche war es schon so untypisch windig, aber für unsere Arbeit auf dem Zeltplatz war der Wind eine angenehme Abkühlung. Und auch dieser Tag ging zu Ende.

Tag des Herrn, 22. Juli 2007, International Church, Lagos, Countdown: 1 Tag
Der Gottesdienst der internationalen Baptisten Gemeinde fand in mehreren Sprachen statt. Peter Belgart moderierte den ersten Teil und Lucilla, eine Portugiesin, die lange in Deutschland gelebt hatte, übersetzte ihn. Die gemeinsamen Lieder wurden gleichzeitig in Portugiesisch, Russisch und Deutsch gesungen. Deutsch war heute im klaren Vorteil. Wir wurden wieder als Gruppe vorgestellt und sangen Lieder in Portugiesisch, Deutsch und Ukrainisch, was gut funktionierte. Stefan las ein selbstgeschriebenes Gedicht vor. Pastor Mario predigte auf Portugiesisch und Alex Guwa übersetzte ins Deutsche.
Nach dem ersten Gottesdienst fand noch ein zweiter, englischer Gottesdienst statt, den wir aber nicht besuchten. Noch lange standen wir vor dem Gebäude und unterhielten uns. Die Guwas hatten uns zum Mittag eingeladen und so fuhren wir zu ihrem Haus. Das Haus liegt an einem Hang und ist über eine Treppe durch den Garten erreichbar. Über ihnen befand sich eine Wohnung, die der Zivi Daniel bewohnte und danach als Ferienwohnung vermietet werden sollte. Darüber wohnten die Belgarts. Auch ihre Wohnung ist von der Straße erreichbar, aber auf der anderen Seite. Um ohne durchs Haus zu gehen von einer Wohnung zur anderen zu gelangen, muss man um den ganzen Block herumgehen.
Jedenfalls gab es bei den Guwas Spaghetti und Salat zu essen. Es war ein schöner und geselliger Mittag, bei dem zum ersten Mal auf unserem Einsatz die Sonne wirklich brannte.
Nach dem Essen fuhren wir in die Stadt Albufeira zu einem zweiten Gottesdienst weiter. Diese russischsprachige Gemeinde hat ganze fünf Mitglieder und versammelt sich in den Räumen einer methodistischen Zigeunergemeinde (sagen wir mal korrekt Sinti und Roma). Wir verstärkten die Gemeinde um ein vielfaches und gestalteten den Gottesdienst. Die Menschen freuten sich, dass wir da waren. Wir sangen einige Lieder, die aber ein wenig schief klangen, weil das Keyboard verstimmt war. Alex Ga., Cecilia, Elly, Christine und Regina führten ein Pantomimestück auf, indem Jesus Kranke heilt, Tröstende ermuntert und am Ende am Kreuz stirbt. Peter B. hielt die Predigt und Alex Guwa übersetzte für uns.
Am Ende bekamen wir von den Leuten Snacks, Kuchen und Früchte angeboten, die wir gerne annahmen.
Als wir zurückfuhren, stieß als Mitarbeiterin Carina, die Nichte von Udine, einer Frau aus der Gemeinde, dazu.
Nun kamen wir wieder in der Ferienwohnung an. Da kurzfristig neue Gäste der Besitzer ankommen würden, mussten die Jungs umziehen. Also wurden die Sachen neu gepackt und in ein einzelnes, enges Zimmer des Bruders des Besitzers gebracht. Die Küche wurde ebenfalls geräumt und alle Lebensmittel in die andere Küche gebracht. Jetzt wurde gefegt, geputzt und die Stühle, Tische und anderen Utensilien voneinander getrennt. Was war am Anfang denn noch mal wo gewesen?
Jedenfalls gelang es uns ganz gut. Dafür ging aber die Platznot bei den Jungs los. In der ersten Nacht stand uns noch das Zimmer von Valentin, der bereits abgereist war, zur Verfügung. Doch am nächsten Tag würden dort Mitarbeiterinnen der Freizeit einziehen.
Abends feierten wir Waldis Geburtstag. Da er so müde war, musste er gegen 12 Uhr Mitternacht aus dem Bett geholt werden, damit er ihn nicht verpasste. Es gab Geburtstagskuchen mit Kerzen, Konfettischlangen und vieles mehr. Trotz aller Müdigkeit wurde es ein lustiger Abend (oder soll ich Nacht schreiben? Keine Ahnung. Fatal!)

Montag, 23. Juli 2007, Kindercamp, Countdown abgelaufen
Ein neuer Morgen hatte begonnen. Die letzten Vorbereitungen wurden noch kurz vor dem Eintreffen der Kinder getroffen. Die lang ersehnte Wasserleitung wurde vom See aus zu den Duschen und den Waschbecken im Zeltlager verlegt.
Dann wurden die Kinder von ihren Eltern zum Kindercamp gebracht. Damit sie sich nicht auf ihrem Weg verfuhren, gingen einige Mädels mit selbstgemalten Schildern los und postierten sich an wichtigen Kreuzungen im Wald. Ironischerweise kamen einige alte Frauen vorbei und versuchten ihnen minutenlang den Weg bis zur Siedlung auf Portugiesisch zu erklären. Sie boten ihnen sogar ein Telefon an, bis die Mädels ihnen verständlich machen konnten, dass sie sich nicht verlaufen hatten und anderen den Weg weisen sollten.
Als die Kinder kamen, wurden rasch ihre Zelte aufgebaut. Das waren kleine, private Zelte. Das einzige etwas größere Zelt, das den Mitarbeitern gehörte, wurde meist nicht zum Schlafen genutzt. Die Zelte der Jungen wurden auf der linken Seite aufgebaut und die der Mädchen auf der rechten Seite.
Die Kinder hatten verschiedene Nationalitäten, konnten aber so gut wie alle Portugiesisch. Die eine Hälfte verstand auch Deutsch und die andere Russisch. Die russischsprachigen Kinder waren Kinder von Gastarbeitern aus Russland, der Ukraine und anderen ehemaligen Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Die deutschen Kinder waren zum Teil Kinder der Missionare und zum Teil von Deutschen, die in Portugal lebten. Sie stammten alle aus den unterschiedlichsten Familienverhältnissen. Viele kamen aus nicht gläubigen Familien.
Am ersten Tag kamen im Laufe des Tages folgende Kinder zum Kindercamp: Lukas, Christian, Albert (Söhne von Annette und Alex Guwa), Ralf, Robin (Söhne von Marina und Peter Belgart), Anton, Finn, Mara, Katja, Anna, Tarkan (ein türkischer Junge), Nelsa (ein portugiesisches Mädchen), Djura, Dima, Eugenia, Polina, Julia, Katja und Lena (alle aus der ehemaligen UdSSR). Am Mittwoch kamen noch von den deutschen Kindern Ciara und Chayenne dazu und einen Tag später bei der russischen Fraktion Nikita. Fast gegen Ende der Freizeit stieß noch ein deutsches Mädchen namens Kati zur Gruppe.
Es war jedenfalls eine bunt gemixte Gruppe von Kindern, die alle unterschiedliche, aber auch ähnlichen Bedürfnisse hatten, auf die wir als Mitarbeiter eingehen mussten. Es wurde zwar eine anstrengende Zeit, aber es war definitiv der schönste Teil des Einsatzes, weil wir jetzt vor Augen hatten, für wen wir Zeit und Geld geopfert hatten (Natürlich haben wir das für Gott getan, aber diejenigen die davon profitiert haben, waren dann die Kinder).
Die Freizeit begann offiziell mit dem ersten Treffen aller Kinder in dem Gruppenraum neben der Küche. Die ersten Lieder wurden mit ihnen eingeübt. Pastor Mario hielt eine erste Ansprache und auch die beiden Missionare begrüßten die Kinder. Am Anfang waren die Kinder noch eher ruhig, da sie sich noch nicht alle kannten. Das sollte sich im Laufe der Woche ändern. Das Kindercamp wurde jedenfalls im Gebet in Gottes Hände gelegt. Damit die Kinder sich kennen lernen konnten, wurden im Laufe des Tages Kennenlernspiele gemacht. Abends sahen die Kinder den Jesus Film auf Portugiesisch, dann wurden sie zu den Zelten gebracht.


Dienstag, 24. Juli 2007, Kindercamp, 2. Tag
Unser Team bekam im Laufe der Woche unterschiedliche Aufgaben zugeteilt. So war es also für mich unmöglich überall dabei zu sein und ich habe nur teilweise mitbekommen, was im Kindercamp geschah. Deshalb werde ich ein wenig aus meiner Warte berichten.
Der typische Tag begann gewöhnlich um 7 Uhr für die Mitarbeiter des Teams, die in der Ferienwohnung übernachteten. Manche schliefen auch in den Zelten bei den Kindern. Alle anderen trafen, wenn sie es rechtzeitig geschafft hatten, beim Essensplatz unter dem Carport ein. Dort fand eine Mitarbeiterbesprechung mit Gebet statt. Gegen 8 Uhr gingen einige ins Lager hinab, weckten die Kinder, machten mit ihnen Gymnastik und anderes. Um 8:30 gab es ein Frühstück aus Cornflakes und belegtem Brot. Um 9 Uhr wurden gemeinsame Lieder gesungen und Geschichten aus der Bibel erzählt. Der Rest des Tages wurde individueller gestaltet.

Die Küche wurde von mehreren Mitarbeitern in Schuss gehalten. Dazu gehörten Annette Guwa, Marina Belgart und aus der Gemeinde Beate und Udine. Udine war auch für die vielen kleinen und großen Verletzungen der Kinder zuständig. Am Ende liefen viele mit Verbänden an Händen und Füßen herum. Udine hatte außerdem ihren Hund Tscheppi mitgebracht, der im Laufe der Freizeit überall herumstreunte und für Gesprächsstoff sorgte.
Von unserem Team halfen Helene R. und Irina ständig in der Küche mit, während die anderen mal hier und mal dort eingeteilt waren.
Die Seewache war eine interessante Aufgabe. Während die Kinder beschäftigt waren, gab es nur eine wirkliche Aufgabe: Am Bootssteg bleiben und aufpassen, dass kein Kind ungebeten vorbeikam und ins Wasser sprang. Wenn die ganze Gruppe mit Kindern und einigen Mitarbeitern vorbeikam, wurde es auf einmal lebendig und man musste die Übersicht behalten. Einige Kinder konnten schwimmen, andere nicht oder weniger gut. Das Floß befand sich inzwischen mitten auf dem See, wo es an zwei Seilen an beiden Seiten festgebunden war. Es wurde zu einer der Hauptattraktionen. Es gab zwei Schichten der Seewache, von (alle Angaben ohne Gewähr) 8 bis 14:30, von 14:30 bis 21:30.
Nachts fand die erste Nachtwache von 21:30 bis 2:30 Uhr und die zweite von 2:30 bis 7 Uhr statt. Es war nicht einfach die ganze Zeit wach zu bleiben, wenn man schon den ganzen Tag sein Bestes gegeben hatte. Aber im Anschluss durfte man sich als einzige richtig ausschlafen. Jede Nachtwache bestand aus zwei Personen, Männlein und Weiblein, falls ein Kind nachts auf Toilette musste und sich nicht alleine traute. Außer ein paar kleineren Zwischenfällen, passierte nicht viel. Nachts wurde es empfindlich kalt, so dass man sich mit genug Kleidung eindecken musste.
Die restlichen Mitglieder des Teams waren als Gruppenleiter oder Gruppenleiterhelfer unterwegs.

Nach dem Mittagessen bekamen die kleineren Kinder bei einer Siesta Geschichten vorgelesen. Die anderen spielten Fußball oder sprangen Trampolin.

Nachmittags wurden die Kinder nun in vier Gruppen eingeteilt, in denen sie diese Woche bleiben würden. Die Mannschaften traten gegeneinander an und bekamen Preise, wobei die Tagessieger zuerst aussuchen durften. Es bildeten sich die Gruppen „Detmaros“, die „Große Gruppe“, die „Drachen“ und die „Spice Girls“. Die ersten Wettkämpfe wurden nun ausgetragen und abends mit Preisen belohnt. Anschließend wurde der Mose Film auf Portugiesisch gezeigt. Wir wussten, dass das morgige Programm da anfangen würde, wo der Film aufgehört hatte, nämlich bei der Wüstenwanderung. Morgen würde ein anstrengender Tag werden.

Mittwoch, 25. Juli 2007, Kindercamp, 3. Tag
Heute wurden die Kinder schon früh auf die Wüstenwanderung eingestimmt. Sie sollten das alles selbst miterleben. Für die Wanderung wurden Gewänder für die Kinder und Mitarbeiter aus Stoffen gebastelt, damit sie sich besser in die Israeliten hineindenken konnten.
Kurz vor Mittag brachen die Israeliten aus Ägypten (oder vom Carport) ins Gelobte Land auf. Angeführt wurden sie von Mose (unter der Verkleidung mit falschem Bart befand sich Gerhard). Sie gingen in Richtung Zeltlager, wanderten außen herum bis zur Brücke, die über den Graben führte. Dort standen Thomas und Andi und hielten das Rote Meer, das heißt, blaues Krepppapier, das sich zwischen zwei Stöcken spannte. Mose betete und schlug mit seinem Stab das Krepppapier entzwei (Äh, er teilte das Rote Meer)
Als die Kinder nun über die Brücke schritten, näherten sich mit Gebrüll die Ägypter Peter, Martin und Stefan, die bis an die Zähne mit Holzschwertern bewaffnet waren. Da der Zug durchs Rote Meer so lange dauerte, mussten sie sich im letzten Drittel des Weges in Zeitlupe fortbewegen. Doch dann hatten es alle geschafft, Mose senkte seinen Stab und die Ägypter ertranken (stürzten in den Graben, wo glücklicherweise kein Wasser war. Einen Tag später platzte ein Wasserrohr und der Graben war auf einmal voll)
Die Reise ging ins Lager weiter, wo sich die Kinder festes Schuhwerk anzogen. Es war schon mittags und es gab noch immer nichts zu essen. Die Mitarbeiter, allen voran Lucilla, begannen sich bei Mose zu beschweren und machten ihn für die Misere verantwortlich. Mose betete um Nahrung und plötzlich war Manna da. Die Kinder suchten auf dem Feld und fanden verpackte Schälchen mit Milchreis – das Mittagessen. Nach dem Essen ging die Reise erst richtig los, weil wir uns nun auf den Wanderweg begaben. Um einige Mitarbeiter erweitert gingen wir los, Mose an der Spitze und Lucilla am Ende. Wir stiegen auf einem Wanderweg einen Hügel hinauf, wo sich immer wieder Kinder mit ihrer Wüstenkleidung in den Brombeeren verfingen, die es zu befreien galt. Unterwegs begannen die Mitarbeiter sich wieder zu beschweren, weil es kein Wasser gab und wollten Mose steinigen. Doch dank Gottes Hilfe fand sich eine Wasserquelle hinter einer Straßenecke. Dort wartete nämlich u.a. Alex Ga, mit einem unserer Busse und Wasserbehältern. An dieser Stelle erzählte Alex Guwa die Geschichte von dem bitteren Wasser, das zu sauberem Trinkwasser wurde.
Wir wanderten stundenlang und mussten immer wieder Kinder motivieren weiterzugehen, obwohl sie schon müde waren. Im Ernst, uns ging es ja auch nicht anders. Auf der Wegstrecke hielt der Bus öfters an, so dass wir uns mit Wasser neu erfrischen konnten.
An einer Ruine hatten wir einen längeren Halt. Hier wurden Lunchpakete und Trinkpäckchen ausgeteilt. Die Kinder traten in ihren Gruppen gegeneinander an und brachten Wasser in einem Becher von einem zum anderen Eimer. Es war ein lustiges und interessantes Spiel.
Wir machten uns nun auf den Rückweg, der allerdings über einen anderen Weg führte. Es ging an einem See vorbei, als wieder ein Wasserproblem auftrat. Das wurde gelöst, indem Mose auf einen Steinhaufen schlug und Wasser herausschoss. Natürlich hatte sich unter den Steinen eine Flasche befunden, deren Deckel nur leicht aufgeschraubt gewesen war.
Alex Guwa entdeckte wilde Birnen am Wegesrand. Aber leider waren sie, was das Drehbuch nicht vorgesehen hatte, von Ameisen befallen und konnten nicht gegessen werden.
Der Weg führte durch exotische Eukalyptuswälder und wies nach einiger Zeit eine tiefe Furche auf, die durch Erdbewegungen entstanden war, wo sich im Winter Wasser ansammelt. Auf einem größeren Platz fand die letzte Etappe statt: Die Schlacht gegen die Amalekiter. Zwei Gruppen spielten gegen die anderen beiden und mussten Bierdeckel in das Feld ihrer Gegner werfen. Diese wurden dann wieder zurückgeworfen, bis die Zeit abgelaufen war. Wer die meisten Bierdeckel in seinem Spielfeld liegen ließ, hatte verloren. Am Ende siegten beide Mannschaften je einmal, wenn auch ein Spiel nicht gewertet und wiederholt wurde, weil einige Kinder nach Abpfiff noch weitergespielt hatten.
Wir verließen die letzte Station der Reise und machten uns endgültig auf den Heimweg. Überall auf dem Weg fanden sich Marmorsteine, die im Winter aus dem Boden freigeschwemmt worden waren.
Gegen 19 Uhr trafen wir sehr müde und erschöpft wieder auf dem Gelände ein. Doch die Energie der Kinder war noch lange nicht zu Ende. Einige von ihnen brauchten Ermunterung, damit sie zu gegebener Zeit schlafen gingen.
An diesem Tag hatten die Kinder die Wüstenwanderung aktiv miterlebt und viele Geschichten aus der Bibel gehört. Die Beziehungen zwischen Mitarbeitern und Kindern wurden immer besser, es entstanden viele gute Gespräche und Freundschaften.

Donnerstag, 26. Juli 2007, Kindercamp, 4. Tag
Die Wüstenwanderung ging vormittags weiter. Da ich am ersten Teil nicht teilnehmen konnte, kann ich nur berichten, was ich davon gehört habe.
Es kam dazu, dass Mose auf den Berg Sinai ging. In dieser Zeit überredeten die Mitarbeiter die Kinder um das goldene Kalb zu tanzen. Als Mose zurückkehrte, zerbrach er wütend die Steintafeln mit den Zehn Geboten. (Alle diese Dinge waren nachgebaut worden)
Das goldene Kalb wurde ebenfalls zerstört. Alex G. erzählte dann die Geschichte der 10 Gebote.
Gegen Mittag kamen die Israeliten auf einem Waldspielsplatz an, wo sie nach Herzenslust spielen durften. Dann wurden Lunchpakete ausgeteilt, bevor neue Spiele durchgeführt wurden. Es wurden wieder jeweils zwei Mannschaften zusammengeschlossen. Sie mussten über ein Feld laufen, wo die bösen Mitarbeiter warteten, und Kärtchen auf die andere Seite bringen. Wir durften sie ihnen abnehmen, wenn wir die Kinder fingen. Alle hatten ihren Spaß an dem Spiel. Wir Mitarbeiter mussten aber feststellen, wie flink und gerissen manche Kinder waren, die immer wieder ihren Weg durch die Höhle des Löwen fanden.
Auf dem Rückweg zeigte sich, dass das Trageverbot (Die Kinder sollten müde zurückkehren) nicht fruchtete. Manche Mitarbeiter ließen sich überreden Kinder ein Stück zu tragen. Wir trafen im Zeltlager ein, wo die Kinder sofort in den See baden durften. Es war für sie ein großes Badevergnügen nach der langen Wanderung.
Auch dieser Tag ging zu Ende.

Freitag, 27. Juli 2007, Kindercamp, 5. Tag
Am Freitag wollten sich die Missionare und anderen Mitarbeiter aus dem Programm heraushalten und überließen mehr oder weniger uns als Gruppe die Gestaltung. Den Vormittag habe ich leider auch nicht mitbekommen, da ich zu diesem Zeitpunkt mit einem Teil der Gruppe auf einem Ausflug nach Lagos an den Strand war. Letzte Woche war es sehr windig gewesen, wodurch der Sand am Strand aufgewirbelt worden war. Doch gegen Ende der zweiten Woche wurde es immer heißer und es lohnte sich eher am Strand zu liegen. Allerdings hatten wir Mitarbeiter während der Kinderfreizeit mehr Arbeit als davor.
Nachmittags organisierte unser Team neue Spiele mit den Kindern. Es gab mehrere Stationen auf dem Zeltplatz, die von den bereits bestehenden Gruppen aufgesucht wurden. Hier wurde Seilchen gesprungen, Völkerball gespielt, die Dauer einer Minute abgeschätzt und eine Waage mit den Händen gedrückt. Im Zelt reichte ein Kind mit einem Strohhalm, den es im Mund hielt, einen Ring dem nächsten weiter, bis die Runde vollendet war. Bei einer weiteren Station warfen sich die Kinder Wasserbomben zu, die sie fingen und zuletzt in einen Eimer legten. Natürlich ging auch viel daneben. Der Rekord beim Seilchenspringen lag bei 93 Sprüngen.
Am Ende der Spielphase gab es eine Wasserschlacht, Kinder gegen Mitarbeiter. Es gab eine Wanne mit gefüllten Wasserbomben. Nach wenigen Minuten war sie leer. Es gab kaum jemanden, der nicht nass geworden wäre. Nach Verbrauch der Wasserbomben wurden die Waschbecken belagert, wo vor allem die Kinder mit Eimern und Behältern Wasser holten. Es wurde ein sehr amüsanter Nachmittag, wo alle, vor allem aber die Kinder, ihren Spaß hatten.
Gegen Nachmittag bekamen die Kinder von Carina eine Geschichte auf Deutsch vorgelesen, die Lucilla ins Portugiesische übersetzte. Es war die Geschichte von dem afrikanischen Jungen Madugu, der von einem Missionar das Wortlose Büchlein erhält und es mit seinen Brüdern teilt. Dieses enthält die Farben Schwarz, Rot, Weiß und Gold, anhand derer der Heilsweg Gottes erklärt werden kann. Zuerst ist das Herz sündig, bevor es durch das Blut von Jesus weiß gewaschen wird, damit man einmal bei ihm im Himmel sein kann.
Kevin zeigte im Laufe der Woche einen Trick, bei dem er ein Seil erst einmal vorbereitete und dann ein Ende fallen ließ, woraufhin sich von alleine mehrere Knoten bildeten. Einigen ausgewählten Kindern gelang es nicht den Trick zu wiederholen. Erst Andi bekam ihn mit einem etwas bescheideneren Ergebnis hin.
Besonders kam bei diesem Missionseinsatz das afrikanische Lied „Bino bilenge“ an. Wenn mich nicht alles täuscht, dann ist die Sprache Kikuyu, eine Sprache aus Kenia. Hier gibt es einen Vorsänger, der die ersten Worte vorsingt, die die anderen wiederholen. Diesen Part übernahm Gerhard. Die Kinder hatten bei diesem Lied viel Spaß.

Samstag, 28. Juli 2007, Kindercamp, 6. Tag
Der vorletzte Tag der Kinderfreizeit, und auch unser vorletzter Tag begann. Udines Hund Tscheppi ließ von sich hören. Er hatte in der letzten Nacht ein Schaf auf der Weide gerissen. Daraufhin wurde er in der letzten Nacht in den Flur der Ferienwohnung eingesperrt.
Wir hatten uns an die Kinder und an das Leben in Portugal schon so gewöhnt, das es merkwürdig war, dass morgen alles vorbei sein würde, deshalb gaben wir auch heute unser Bestes. Einige Gruppenmitglieder waren am Vormittag in Lagos unterwegs und sahen sich die Stadt an, bzw. machten eine Ausflugsfahrt mit einem Boot in der Bucht, die wir ganz zu Anfang zu Gesicht bekommen hatten.
Gegen Ende der zweiten Woche waren zwei russischsprachige Mitarbeiter dazugekommen, darunter ein junger Mann namens Pascha, die sich jetzt besser um diese Zielgruppe kümmern konnten.
Es wurde auch mit den Kindern handwerkliche Gegenstände gebastelt. Am Abend nach der Wüstenwanderung bastelten wir eine Murmelbahn. Auf einem Brett konnten die Kinder die Stationen der Wüstenwanderung aufmalen. Dann wurden nach einem gezeichneten Plan Nägel zur Hälfte ihrer Länge eingeschlagen, dass sich eine geschwungene Bahn bildete. Wenn man dort eine Murmel hindurchrollen lässt, entstehen unterschiedliche musikalische Laute. Da die Kinder unterschiedlich alt waren, wurden sie zum Teil oder gar nicht von den Mitarbeitern unterstützt, je nach ihrem Können.
An einem früheren Tag waren ebenfalls Bilder auf Bretter gemalt worden. Diese Grundfläche wurde dann mit Leim beschmiert, woraufhin Sägespäne in unterschiedlichen Farben und Größen darauf verteilt wurden. Es entstanden schöne Bilder, wobei nicht nur die Kinder sondern auch einige Mitarbeiter eigene Kunstwerke erstellten.
Nachmittags wurde alles für den Open-Air Gottesdienst am morgigen Tag hergerichtet. Alex Guwa hobelte mit Verstärkung lange Balken in der Schreinerei des Bauernhofbesitzers Hubert. Diese wurden dann in dem Carport, wo bisher gegessen wurde, an beiden Enden auf Heuballen gestellt. Und fertig war die Open-Air Kirche, wie es sie so ähnlich sicher viele in Afrika gibt. Dieser Tag war mit 38 Grad der bisher heißeste, weshalb es schwer war, sich lange in der Sonne aufzuhalten. Jedenfalls wurden heute auch sämtliche Lebensmittel für die morgige Abfahrt gekauft.
Abends gab es die von den Kindern lang ersehnte Siegerehrung. Eine Woche waren sie in sportlichen Wettbewerben gegeneinander angetreten, hatten gewonnen und verloren und zwischendurch bereits kleinere Preise gewonnen. Doch jetzt hatte sich ein Gesamtsieger herauskristallisiert. Es gewann die Gruppe Detmaros, vor der Großen Gruppe, und den Drachen. Letzter wurden die Spice Girls. Letztendlich bekam aber jeder einen Preis, womit alle zufrieden waren. Der letzte Abend in Portugal ging zu Ende.

Sonntag, 29. Juli 2007, Carport, 7. Tag
Zum Gottesdienst kamen Eltern, Elternteile und Mitglieder der internationalen Gemeinde in Lagos. Außerdem verstärkten die Kinder, Missionare und unsere Gruppe die Bänke. Ungünstigerweise fiel heute zeitweise der Strom aus, weil in den letzten Tagen zuviel verbraucht worden war. Deshalb konnte der Beamer nicht verwendet werden.
Der Gottesdienst war wenig förmlich. Peter Belgart moderierte, was von Alex Guwa ins Russische übersetzt wurde. Einige Kinder, die sich dafür gemeldet hatten, sangen die Lieder, die sie auf der Freizeit gelernt hatten. Allerdings sangen sie heute aus irgendeinem Grund nicht mit so viel Begeisterung.
Dann fand ihr großer Auftritt statt. Angeführt von Lucilla, wieder als Israeliten verkleidet, kamen einige Kinder in einer Schlange nach vorne. Währenddessen standen wir Mitarbeiter an der Seite und sangen hebräische Lieder, darunter „Am cha yisrael yibane“, was soviel wie „Israel lebt“ heißt. Gleichzeitig spielten die Kinder die Stationen der Wüstenwanderung nach, krabbelten hinter Lucilla auf dem Boden, machten Bewegungen usw. So konnten die Eltern nachempfinden, was die Kinder im Camp erlebt hatten. Peter Belgart hielt eine für Nichtchristen zugeschnittene Predigt. Mit einem Gebet schloss er den Gottesdienst ab. Dann dankte er der Besitzerin Margit, dass wir auf ihrem Gelände das Kindercamp hatten veranstalten können. Danach wurden wir, sowie alle anderen Mitarbeiter geehrt, und bekamen alle eine Fotocollage. Das Hauptfoto war in der Mitte der Woche unter einer krummen Korkeiche beim Carport gemacht worden.
Zum Abschluss des Gottesdienstes fassten sich Kinder, Eltern und Mitarbeiter an die Hände und zogen in einem Reigen im Kreis am Carport entlang, während das Lied „Cantico novo“ (Ein neues Lied) gesungen wurde. Es war ein passendes Finale der Freizeit.
Anschließend fand ein gemeinsames Mittagessen mit allen Teilnehmern statt. Es gab Salate, Frikadellen und Hähnchenschenkel. Aus temperaturtechnischen Gründen wurde auf den Grill verzichtet, weil es heiß genug war. Es entstanden gute Gespräche mit den Eltern. Außerdem tauschten Kinder mit den Mitarbeitern Adressen und E-Mail Adressen aus. Letzte Fotos wurden gemacht und die Kinder, wenn sie früher fahren mussten, verabschiedet. Schließlich bauten die Eltern mit Unterstützung die Zelte ab, während bereits die Küche und der Vorratsraum ausgeräumt wurden. Es erwies sich als schwierig die Gegenstände zu trennen, die der Gemeinde, Privatpersonen, den Besitzern des Bauernhofes und unserem Team gehörten. Immerhin hatte das Wasser aus den Bergen bis heute gereicht. Ein Bus brachte die letzten Sachen nach Lagos zu Peter Belgart und der Gemeinde.
Nur unwesentlich später begannen die Aufräumarbeiten in unseren Ferienwohnungen. Auch hier gab es unzählige Kleidungsstücke und Gegenstände, die vergeblich ihren Besitzer suchten. Putzen mussten wir nicht, weil die Gebühr für die Endreinigung gerade noch erschwinglich gewesen war und wir noch genug Geld aus der Reisekasse übrig hatten. Als nach dem umfangreichen Packen alles fertig war, verabschiedeten wir uns von Lucilla, Stefan, ihrem Mann und Kevin. Kevin hatte uns immer allerlei Sachen auf die Busse geschrieben. Diesmal hinterließ er einen lieben Abschiedsgruß, was wir erst später merkten. Die letzte Nachricht, die einige Wochen später hörte, war, dass er am letzten Tag der Freizeit mit dem Rauchen aufgehört hatte. Ich hoffe, dass er bei seinem Entschluss für Jesus bleibt und diesen Weg auch in Deutschland konsequent weitergehen wird.
Die Missionare und ihre Familien waren bereits weggefahren und wollten sich mit uns am McDonalds in Lagos treffen.
Gegen 18 Uhr stellten wir uns in einem Kreis vor unseren Bussen auf, dankten für den gelungenen Missionseinsatz und beteten um Bewahrung auf der Fahrt. Von den anderen Urlaubern und den Besitzern verabschiedeten wir uns, wenn diese zufällig vorbeikamen. Dann stiegen wir in die Busse und fuhren ein letztes Mal über die staubigen Wege durch das trockene Grasland und die Kiefernwäldchen, durch Barão de São João. Wir kamen etwas später als geplant am McDonalds an und setzten uns mit den Missionaren in Verbindung. Dort aßen wir ein letztes Mal mit ihnen gemeinsam. Rein zufällig waren auch drei Kinder von der Freizeit mit ihren Eltern dort und zwar Ciara, Chayenne und Mara. Zum Abschied machte die Mutter eines der Kinder ein Abschiedsfoto von den Missionaren, deren Kindern, den anderen drei Kindern und uns. Jetzt war der endgültige Abschied gekommen. Wir verabschiedeten uns von Peter, Marina, Ralf und Robin Belgart, sowie von Alex, Annette, Albert, Christian und Lukas Guwa. Wir sangen das Lied „Jesus in my house“ auf Deutsch, was sich Peter B. zum Abschied gewünscht hatte Die Guwas würden in zwei Tagen ebenfalls nach Deutschland fahren, und dort verschiedene Gemeinden besuchen. Die Guwabrüder drehten in unserem Bus eine Ehrenrunde um den McDonalds. Gegen 21 Uhr mussten wir uns schweren Herzens von ihnen allen trennen. Unser Abenteuer in Lagos endete da, wo es angefangen hatte, an der Tankstelle in Lagos. Dort machten wir wieder am Straßenrand La-Ola Wellen und warfen sie den Autofahrern zu. Das war der letzte richtige Eindruck, den ich von Portugal hatte. Denn als wir Portugal verließen, war es weit nach 0 Uhr.

Montag, 30. Juli 2007, Spanien und Frankreich
(10 Jahre später, am 16.6.2017, füge ich ein Erlebnis ein, das bisher unberücksichtigt blieb. Wir befanden uns mitten in der Nacht in Spaniens wenig besiedelter Mitte, als die Tankanzeigen der Kleinbusse bedenklich in den roten Bereich fielen. Wir mussten eigentlich dringend tanken, um nicht wegen Spritmangels irgendwo in der Einöde an der Straße stehen zu bleiben. Bloß trafen wir viele Kilometer weit auf keine einzige Tankstelle, nicht einmal auf eine Ortschaft. Die Lage wurde immer prekärer und die Nadeln der Anzeige signalisierten bereits Ende Rot. Wir beteten darum, dass bald eine Tankstelle käme, aber unser Glaube wurde auf eine harte Probe gestellt. Als wir dann nach sehr vielen Kilometern doch auf eine Tankstelle stießen, war uns bewusst, dass wir gerade ein Wunder erlebt hatten, ein Spritvermehrungswunder. So lange hätten die Tankfüllungen von alleine niemals reichen können, weil sie bei beiden Kleinbussen auf Rot standen und dann so eine lange Strecke noch hielten. Gott ließ es geschehen, dass kein einziger unserer Kleinbusse fernab der Zivilisation liegen blieb.)
Wir fuhren wieder durch Spanien und kamen nachmittags nach Frankreich. Die schöne Bergwelt der Pyrenäen beeindruckte uns erneut. Diesmal war keine Übernachtung in einem Hotel geplant. Deshalb hielten wir an einer Raststätte und übernachteten wenige Stunden in den Autos.

Dienstag, 31. Juli, Rastplatz in Frankreich
Um 3 Uhr ging es wieder los. Wir frühstückten ziemlich spät in Luxemburg. Wir hatten nämlich um Geld zu sparen auf dem Rückweg einen anderen Weg genommen. Heute hatte Thomas Geburtstag, was aber leider etwas unter den Tisch fiel, weil alle äußerst müde waren. Bei Wasserbillig fuhren wir zum ersten Mal nach zweieinhalb Wochen auf deutschen Boden. Gegen 13 Uhr trafen wir in Andernach auf dem Parkplatz der Evangeliums-Christen-Gemeinde ein, wo wir schon erwartet wurden. Damit war unser Portugal Abenteuer endgültig zu Ende.

Heute, 14. August 2007, Heimerzheim bei Bonn
Ich (Stefan Fröhlich) will noch erwähnen, dass es eine sehr schöne Zeit mit euch allen in Portugal gewesen ist und will mich dafür bedanken, dass ich von euch allen herzlich aufgenommen worden bin. Kurz danach habe ich die Kinder, die Missionare und euch alle bereits vermisst. Es war ein guter Einsatz, wo man auch merken konnte, wie Gott wirkt, und wo wir auch viel Spaß miteinander hatten. Wer weiß, vielleicht sehen wir uns nächstes Jahr in Portugal wieder. Jedenfalls werden wir am ICW Missionstag wohl die Missionare vertreten. Man könnte noch sehr vieles berichten, aber ich glaube nicht, dass man das alles zu Papier bringen könnte. Ich glaube die Bilder der Foto CD sprechen etwas deutlicher.

Ein besonderes Lob an unsere Fahrer Gerhard und Martin im ersten, Peter und Andi im zweiten, später auch Alex. Sie haben die Busse stunden- und tagelang sicher gesteuert. Ob Waldi noch gefahren ist, kann ich mich leider nicht mehr erinnern. Die Fotografen Christine, Elly, Veronika, Rita, Alex und die Ruppel Brothers, deren Fotos auf die beiden Foto-CDs aufgenommen wurden, sollen ebenfalls erwähnt werden. Aber das größte Lob gebührt Jesus, der diesen Missionseinsatz überhaupt erst ermöglicht und uns alle auf der Reise bewahrt hat. Ihm gebührt das eigentliche Lob.